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Die ruhigen Zeiten der Corona-Krise

23.03.2020 – häusliche Quarantäne

Das Leben ändert sich stets. Nichts bleibt, wie es mal war. Davon bin ich immer überzeugt gewesen und bin es immer noch. Doch habe ich ich nie gedacht, dass das Leben sich so rasant ändern kann…innerhalb einer Woche, eines Tages, gar einer Stunde.

Ich bin eine berufstätige Mama von zwei Kindern, die plötzlich von heute auf morgen für fünf Wochen zuhause bleiben müssen. Wir als Familie – genau wie Tausende andere Familien – standen vor einer neuen Herausforderung. Was tun? Wohin damit? Wer hilft? Oma, Opa? – Nein, geht nicht, nicht diesmal. Freunde, Nachbarn? – Nein, sie stehen genauso überrascht da. Hoffen, dass der Arbeitgeber und Kunden uns verstehen und uns trotzdem am Ende des Monats Gehalt überweisen? Bei manchen geht das, bei anderen nicht.

Die Welt, unsere Welt änderte sich schlagartig. Wir sind jeden Tag zusammen, auf einem relativ engen Platz, mit all unseren Wünschen und Vorstellungen von Freiheit und Unabhängigkeit. Manche können es sich nicht leisten, sich zurückzuziehen und Zeit für sich zu haben, wie wir es so gewohnt waren.

Immer mehr lese, höre und übersetze ich Informationen über die negativen Prognosen, die Panik, die Empörung, die Angst der Menschen. Das Internet wimmelt von Corona-Schlagzeilen. Im Nu hat uns das Visrus im Griff.

Noch Anfang März genoss ich meine Freiheit in Paris, Stadt der Liebe. Jetzt sitze ich daheim, organisiere die Schulunterricht für meine zwei Kinder, übersetze, arbeite von Zuhause. Dabei möchte ich gar nicht so viel auf die Arbeit und das Sozialleben verzichten. So weiche ich auf Skype, WhatsApp, Instagram, Facebook usw. aus und nutze alle möglichen digitalen Kommunikationswege.

Ich bin zum größten Teil ein positiv denkender Mensch. In jeder Lebenssituation sehe ich eine Chance und eine neue Herausforderung, sich zu entwickeln. Vielleicht ist das die beste Zeit, unsere Digitalisierung auf ein besseres, höhres Niveau zu bringen? Gewiss sind wir nach dieser Krise digital affiner und fitter, selbst die älteren Generationen. Sie wollen schließlich ihre Enkeln sehen und mit ihnen in realer Zeit reden.

Ich bin der Meinung, unsere Welt ist zu schnell und hektisch geworden. Es musste etwas geschehen. Gerade jetzt in der Osterzeit. Die letzten Jahre hatte ich oft das Gefühl, ich schaffe es nicht, die nötigen Ruhe und Gleichgewicht in dieser Zeit zu finden. Ich musste so viel erledigen: Hausputz, Kundentermine, Schul- und Kindergartentermine, Arzttermine und noch Deko, Geschenke planen und kaufen usw. Dann saß ich am Tag vor Ostern und dachte: “Und jetzt? Jetzt ist gleich Ostern und du bist abgehetzt und eigentlich richtig fertig!”

Dieses Jahr ist alles anders. Ruhe, Stille, Demut, tiefe, zusammenbringende Gespräche mit Familienangehörigen und auch Zeit für sich. Ja, auch wenn alle daheim hocken, kann ich mir Zeit für mich nehmen, raus in den Wald spazieren gehen, mit Gott reden. Ich genieße diese Zeit und sauge voll die Magie der Stille, die diese Krise uns schenkt. Mir ist ganz klar, dass alles vorbei geht. Auch diese Zeiten werden vorbei sein. Das Leben kann nie auf einer Stelle stehen. Es ist schlicht weg unmöglich.

So schlage ich allen und jedem vor: Nutz die Zeit! Nimm das Geschenk des Lebens dankbar an.

Ich weiß, jemand wird empört reagieren und nur das Schlimme sehen. Das ist menschlich. Aber alle Dinge haben minimum zwei Seiten, viele auch mehr Seiten:)
Wir haben alles, was wir benötigen. Diese Lektion durch dan Coronavirus gibt uns das, was uns fehlt – den Weg zurück zum Ursprung!

Alle wichtigen Informationen findest Du hier: Robert-Koch-Institut

Ansprache der Bundeskanzlerin Angela Merkel

Angela Merkel zur Corona-Maßnahmen am 22.03.2020
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